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Kategorie: Suchmaschinen  |  Themen: Nutzerorientiertes Webdesign , SEO

Das Ziel jeder Suchmaschinenoptimierung besteht darin, dass die eigene Webseite besser gefunden wird und dadurch mehr Besucher bekommt. Dabei ist man sehr schnell mit einer Vielzahl von Rankingfaktoren konfrontiert. Rankingfaktoren sind Kriterien, die die Positionierung eines Suchergebnisses bestimmen.

Angebote zur Suchmaschinenoptimierung gibt es in Hülle und Fülle. Die meisten dieser Angebote konzentrieren sich hierbei auf zwei wesentliche Punkte:

  1. Die Keywords
  2. Die Backlinks

Um diese zwei Punkte wird fast immer das ganze Angebot gestaltet und entsprechend wortreich verziert.

Warum reicht klassische Suchmaschinenoptimierung nicht aus?

Suchmaschinen verfolgen beim Ranking der Ergebnisse ein Ziel: Die beste Antwort auf die Suchanfrage auf Platz 1 zu bringen. Die Anforderung ist einfach, die Umsetzung extrem schwierig.

Die „traditionelle“ Herangehensweise bei der Optimierung einer Website besteht üblicherweise darin, sich auf folgende Kriterien zu konzentrieren und diese zu verändern:

  • Wie oft wird das Keyword genannt?
  • Steht es an der richtigen Stelle?
  • Gibt es genügend Links, die auf die Seite verweisen?
  • etc.

Diese rein technischen Facetten einer Website haben aber nur wenig mit dem eigentlichen Ziel der Suchmaschinen zu tun. Die Qualität der Antwort auf die Suchanfrage ist nicht abhängig von der Anzahl der Keywords.

Ein kleines Beispiel

Wenn Sie zum Beispiel wissen wollen, „Wie hoch ist die Zugspitze?“, dann ist 2.962 m ü. NHN die perfekte Antwort. Wie oft das Keyword „Zugspitze“ auf der Seite vorkommt, ist für die Antwort nicht wichtig.

Dies lässt sich auch auf der Ergebnisseite gut nachvollziehen. Der Eintrag auf Platz eins enthält das Keyword „Zugspitze“ neun mal. Beim Eintrag in Wikipedia, der nur auf Platz 3 landet, kommt es über 100 mal vor.

Beispiel einer Suchanfrage

Bei den Backlinks sieht es ähnlich aus. Mit dem Parameter „link:“ vor der Suchanfrage zeigt Google die Links zur Seite an. Für die Abfrage „link:zugspitze.de/de/sommer/berge/zugspitze“ gibt Google ungefähr 216.000 Links auf die Seite an. Beim Eintrag in Wikipedia sind es mehr als 10 Millionen. (Stand 06.09.2016)

Es steckt also offensichtlich viel mehr dahinter als nur Keywords, Backlinks und andere seitentechnische Aspekte.

Die Problematik der Studien zu Rankingfaktoren

Bei den meisten dieser Untersuchungen handelt es sich i.d.R. um Korrelationsstudien. Diese Analysen können bei der Suchmaschinenoptimierung zwar hilfreich sein aber auch leicht in die Irre führen.

Hier ein kurzes Beispiel: SEO Ranking-Faktoren 2013 für Google Deutschland

Anhand der Untersuchung könnte man auf die Idee kommen, dass Facebook einer der wichtigsten Rankingfaktoren überhaupt ist. Aus den Daten ist jedoch die Wirkungsrichtung nicht ersichtlich. Wird die Seite bei Google gut gerankt, weil sie viel Aufmerksamkeit bei Facebook genießt oder ist das gute Ranking bei Google der Grund für die Beliebtheit bei Facebook? Diese Frage lässt sich aus der reinen Korrelation nicht beantworten.

Die Ergebnisse solcher Untersuchungen als unmittelbare Rankingkriterien zu betrachten greift also zu kurz. Diese Korrelationen können bestenfalls eine Orientierung sein, stellen aber keinen kausalen Zusammenhang dar.

Was sind Nutzersignale und was ist damit möglich?

Da Suchmaschinen zur Bewertung einer Seite im Suchergebnis nicht ausschließlich auf Keywords, Backlinks und weitere technische Kriterien der Webseite setzen, benötigen sie weitere „Signale“, die zur Beurteilung der Relevanz einer Webseite herangezogen werden. Hier kommen die Nutzersignale ins Spiel.

Nutzersignale sind Daten, wie Benutzer mit einem Suchergebnis umgehen. Zwei der wichtigsten Nutzersignale, die eine Suchmaschine direkt messen kann, sind folgende:

  • Die Click-Through-Rate (Klickrate) beschreibt das Verhältnis zwischen der Anzeige der Seite im Suchergebnis zu den Klicks auf die Seite. Eine Seite mit einer geringen Click-Through-Rate ist offensichtlich nicht so attraktiv wie eine Seite mit einer hohen Rate. Wird eine Seite sehr selten angeklickt, gibt es für den Suchmaschinenbetreiber keinen Grund, die Seite weiter auf einer Spitzenposition zu belassen.
  • Die Bounce Rate (Absprungrate) bezieht sich auf die Verweildauer des Besuchers auf der Seite. Verlässt der Besucher die Seite nach wenigen Sekunden und klickt das nächste Suchergebnis an, war die Seite vermutlich unpassend.

Die Bewertung dieser Daten kann aus Sicht einer Suchmaschine einen deutlichen Hinweis auf die Qualität der Seite aus Nutzersicht liefern.

Google Chrome als weitere Datenquelle

Eine weitere sehr wichtige Datenquelle für die Bewertung des Nutzerverhaltens ist der Browser. Google stellt mit Chrome einen schnellen und sehr leistungsfähigen Webbrowser kostenlos Verfügung. Chrome hat in Deutschland einen Marktanteil von über 30%. Browser-Statistik.de zeigt die aktuellen Browser-Marktanteile.

Chrome liefert Google sehr präzise Daten zum Nutzerverhalten. Welche Daten im Detail erhoben werden, findet sich in den Datenschutzhinweisen des Browsers. Mit diesen Daten kann Google bewerten, ob ein Nutzer mit dem Suchergebnis zufrieden ist oder weiter sucht.

Google Patente zum Ranking von Dokumenten auf Basis des Nutzerverhaltens

In diesem Patent wird ein Verfahren zum Ranking von Dokumenten auf Basis des Nutzungsverhaltens und weiteren Daten beschrieben. Ranking documents based on user behavior and/or feature data

Ein weiteres Patent von Google beschreibt, wie die Nutzungsstatistik zum Ranking von Dokumenten verwendet werden kann. Methods and Apparatus for Employing Usage Statistics in Document Retrieval

Auch Microsoft erhebt Nutzerdaten

In den Nutzungsbedingungen seines aktuellen Betriebssystems weist Microsoft auf die umfassende Erhebung von Nutzerdaten hin. Diese Daten sollen unter anderem zur Verbesserung der Suchergebnisse von Bing, der Suchmaschine von Microsoft, dienen.

Erhält man Rankingvorteile durch nutzerorientieres Design?

Wie man sieht, unternehmen die Platzhirsche auf dem Suchmaschinenmarkt sehr weitreichende und aufwendige Schritte, um an die Nutzersignale zu kommen. Dies macht auch durchaus Sinn, denn das Ziel einer Suchmaschine besteht darin, dem Benutzer das beste Suchergebnis zu liefern.

Eine bei Suchmaschinen erfolgreiche Webseite ist somit immer auch eine nutzerorientierte Seite. Nur wenn die Fragen des Besuchers auf der Seite in ansprechender und übersichtlicher Form beantwortet werden, stimmen auch die Nutzersignale.

In unserem Beitrag Website Konzeption setzen wir uns etwas eingehender mit dem nutzerorientierten Entwurf einer Website auseinander.

Was bedeutet das für meine Seite?

Eine Optimierung, die nur die Besucherzahlen im Blick hat, ohne auf die Interessen der Nutzer zu achten, wird nicht den gewünschten Erfolg haben. Nur die Keywords, Backlinks und Besucherzahlen zu messen reicht nicht aus. Damit Ihre Website überzeugen kann, muss der Besucher, Ihr Kunde, bei allen inhaltlichen Überlegungen im Mittelpunkt stehen.

Interessante und relevante Inhalte sind die Basis und halten den Besucher länger auf der Seite. Eine benutzerfreundliche Seite sorgt zusätzlich für positive Nutzersignale, wie längere Verweildauer und eine hohe Klickrate. Wenn Sie diese beiden Aspekte beachten, sind Sie schon auf einem gutem Weg.

5 Tipps für eine benutzerfreundliche Website

Relevante Inhalte

Liefern Sie Informationen zu Ihren Produkten und Angeboten. Erleichtern Sie dem Kunden die Auswahl, indem Sie seine Aufmerksamkeit auf wichtige Details lenken. Lassen Sie den Besucher Ihrer Website an Ihrem Fachwissen teilhaben. Glauben Sie nicht an den Mythos, im Web würden keine Texte gelesen. Wie Sie jetzt gerade sehen, ist dies offensichtlich falsch.

Präsentation der Inhalte

Achten Sie auf eine angemessene Schriftgröße. Hat ein potentieller Kunde Probleme, den Text zu entziffern, ist er schnell auf der Seite vom Wettbewerb, vermutlich kommt er auch nicht wieder. Ein modernes, ansprechendes Design sorgt für einen positiven ersten Eindruck. Bei einem altmodischen Design vermutet Ihr Besucher eher veraltete Informationen. Strukturieren Sie Ihre Inhalte: Verwenden Sie Überschriften, Listen oder auch Zusammenfassungen und kurze Teasertexte bei längeren Seiten, wo dies sinnvoll ist.

Die Technik

Die Technik sollte an die Erwartungen der Nutzer angepasst sein. Setzen Sie keine veralteten Plugins wie Java oder Flash voraus. Ihre Seite sollte auch auf Mobilgeräten gut nutzbar sein. Die Eignung der Seite für Smartphones und Tablet-PCs ist übrigens auch ein Rankingkriterium bei Google. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Beitrag: Google ändert Ranking-Algorithmus und bevorzugt mobilfreundliche Webseiten.

Die Navigation

Eine gut gegliederte und übersichtliche Navigation erleichtert Ihren Besuchern die Orientierung und weist den Weg zu Ihren Informationen. Die wichtigsten Themen Ihrer Seite sollten jederzeit sichtbar sein. Ein gut sichtbarer Kontaktbutton, idealerweise mit einer konkreten Aufforderung, hilft Ihrem Kunden, schnell und einfach Kontakt aufzunehmen.

Seitentitel und Beschreibung

Dem Seitentitel und der Beschreibung der Webseite sollten Sie ganz besondere Aufmerksamkeit widmen. Diese beiden Informationen werden bei Suchmaschinen in der Ergebnisseite angezeigt. Ein aussagekräftiger Seitentitel mit einer treffenden Beschreibung beeinflusst die Klickrate ganz erheblich. In unserem Beitrag Suchmaschinenoptimierung für Entscheider gehen wir etwas näher auf dieses Thema ein.

Nutzerorientiertes Webdesign für besseres Ranking

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